Pflegeheim nicht zur Nutzung von Bettgittern verpflichtet

Das Landgericht Köln hat entschieden, dass der Träger eines Pflegeheims keinen Schadensersatz an die Tochter einer mittlerweile verstorbenen Bewohnerin leisten muss, die in der Obhut des Heims wiederholt schwer gestürzt war. Der Sturz einer Demenzpatientin wegen des Fehlens einer Fixierung oder eines Bettgitters stellt keinen Pflegefehler dar. Denn durch die Fixierung oder das Anbringen eines Bettgitters geht laut Sachverständigengutachten eine größere Gefahr für Demenzpatienten aus. Danach haben die Pflegekräfte in dem Pflegeheim alle erforderlichen Maßnahmen getroffen.

Die durch das Gericht hinzugezogene Pflegesachverständige hielt eine Fixierung oder das Anbringen eines Bettgitters für kontraindiziert. Durch eine Fixierung bestehe die Gefahr einer Strangulation sowie des Muskelabbaus und daraus resultierenden motorischen Einschränkungen, die wiederum eine Sturzgefahr begründen können. Durch die Nutzung eines Bettgitters könnte der Bewohner, beim Versuch über dieses herüber zu klettern, aus einer größeren Höhe stürzen als ohne Bettgitter, was ein erhöhtes Verletzungsrisiko bedeuten könnte.

Landgericht Köln, Urteil vom 27.10.2020, Az. 3 O 5/19

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