LSG: Kosten für Heilpraktiker müssen nicht von gesetzlicher Krankenkasse übernommen werden

In dem vor dem Landessozialgericht Niedersachen-Bremen verhandelten Fall beantragte ein Mann bei seiner Krankenkasse die Kostenübernahme für die Behandlung seines Erschöpfungssyndroms in einem Naturheilzentrum. Zu seinen Beschwerden gehörten chronische Erschöpfung, allergisches Asthma, Tinnitus sowie infektbedingtes akutes Nierenversagen.

Den Antrag begründete der Mann damit, dass seine Erkrankung besonders schwer sei und es in Deutschland keine Kassenärzte gäbe, die eine passende Behandlung durchführen könnten. Die Therapeuten im Naturheilzentrum sei hingegen darauf spezialisiert.

Die Krankenkasse lehnte seinen Antrag auf Kostenübernahme ab. Sie begründete die Ablehnung damit, dass Heilpraktiker:innen nicht berechtigt seien, ihre Leistungen über die Gesetzliche Krankenversicherung abzurechnen.

Das Landessozialgericht entschied, die Krankenkasse muss die Behandlung im Naturheilzentrum nicht bezahlen. Der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen umfasse keine Behandlung durch Heilpraktiker. Zwingende Voraussetzung dafür sei die Approbation des Behandlers. Auch bei erfolgloser Arztsuche sei eine ärztliche Zulassung nicht verzichtbar. Eine zwingende berufliche Mindestqualifikation sei für den Anspruch auf Behandlung unverzichtbar. Heilpraktiker seien somit von der selbstständigen Leistungserbringung für gesetzlich Versicherte ausgeschlossen.

LSG Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 19.08.2020, Az.: L 4 KR 470/19

Quelle: https://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=213472

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